Typisch Schwedisch

So, ich bin ja jetzt schon fast zweieinhalb Monate hier, um genau zu sein eigentlich ziemlich genau zwei Monate und da dachte ich es wird mal Zeit von ein paar Beobachtungen zu berichten, die ich so über die Schweden gemacht habe.

  1. Natürlich geht es los mit FIKA! Wie könnte es anders sein. Ich weiß noch nicht, ob ihr es schon mitbekommen habt, aber ich liebe Fika! Jeden Freitag Kuchen und wir machen mindestens eine Stunde Pause von der Arbeit. Man merke jedoch: NIE das letzte Stück vom Kuchen nehmen, denn das wird als äußerst unhöflich angesehen. Am Ende bleibt also nur noch ein winziges Stückchen übrig, denn der Rest wurde bis ins Unendliche geteilt!

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  2. Auch mit Essen zu tun hat mein zweiter Punkt. Afterwork! Hier trinkt man freitags auf der Arbeit ab 4:30 sein Bier und geht immer direkt nach der Arbeit zu einer Bar mit Afterworkparty. Dort gibt es immer kostenlos Essen. Natürlich haben wir schon die besten Plätze ausfindig gemacht. In einer Bar gibt es kostenlos Pizza so viel man will, in einer anderen Nudeln und Salate. Da geht man dann von einer Bar zur anderen und isst sich voll bis zum Umfallen 😉 Nachdem Freitag ja auch immer Fika ist, ist man dann wirklich ziemlich voll am Abend 😀
  3. So, wenn ich schon mal beim Essen bin… Ein paar besondere Küchenutensilien gibt es hier auch. Hier gibt es den berühmten Käsehobel und ein Holzbuttermesserchen. Ich wollte am Anfang ein normales Messer zum Butter streichen nehmen, doch mein Mitbewohner wies mich darauf hin, dass man in Schweden das aus Holz benutzen müsste! So nehme ich also jetzt immer das aus Holz, ich will ja der Integration nicht im Weg stehen 😉

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  4. Typisch Schwedisch ist auch ein Waschraum mit Waschmaschinen, den das gesamte Haus benutzt. Deshalb muss man auch einen Termin für die Waschmaschine machen. Ja richtig gehört, einen Termin mit der Waschmaschine! Es gibt dort eine große Tafel und man kann Zeiten buchen zu denen man sie benutzen kann. Ich habe Glück, denn nach 20 Uhr und sonntags darf sie jeder benutzen wann er will. Andere haben da mehr Pech, denn sie können sie nur zu EINER Zeit für 2 Stunden z. B. haben. Deshalb ist es in Schweden durchaus keine Ausrede wenn man hört: Nein, ich kann nicht, ich muss Wäsche waschen!

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  5. Eine Sache, die mich ein bisschen an Chile erinnert sind meine geliebten Nummern, die man überall ziehen muss. Wie ich es vermisst habe! Wer hätte gedacht, dass Chile in Schweden ausgerechnet das gemeinsam haben! Da hilft nur eins: bitte Nummer ziehen und warten, bis Sie aufgerufen werden…
  6. Sehr merkwürdig finde ich hier außerdem, dass man Alkohol nur in bestimmten Läden kaufen kann. Ich habe im Supermarkt vergeblich nach Wein gesucht, bis mir gesagt wurde, das geht nur im Systembolaget. Das ist ein Getränkemarkt, der vom Staat betrieben wird und sozusagen ein Monopol. Angeblich soll das den Alkoholkonsum geringer halten, aber für mich hört es sich eher nach Abzocke an, die Preise sind nämlich gesalzen! Als ich gefragt habe, warum das so ist, wurde mir gleich ein Aufklärungsheftchen in die Hand gedrückt.

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  7. Was mir hier gleich von Anfang an aufgefallen ist, ist Gleichberechtigung von Mann und Frau. In den Männertoiletten gibt es Wickeltische, es ist absolut normal Väter mit Kinderwagen durch die Straßen laufen zu sehen und Mutterschutzurlaub gibt es hier wie selbstverständlich auch für Männer. Theoretisch haben wir das ja in Deutschland auch, aber da können wir uns nochmal eine Scheibe abschneiden! Ein bisschen zu weit geht mir das zwar in den öffentlichen Toiletten in Clubs, aber das ist eine andere Sache. Dort gibt es öft gemeinsame Toiletten für beide Geschlechter und am Anfang war ich doch etwas verwirrt, was die Männer auf der Frauentoilette wollen… Aber andere Länder, andere Sitten.

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  8. Eine super Sache hier ist die Multikulturalität! Die Schweden sprechen nicht nur exzellentes Englisch, man hört hier auch so gut wie jede Sprache in der Tram. Spanisch höre ich beispielsweise jeden Tag und fast öfter als Deutsch und es ist absolut keine Seltenheit afrikanische Frauen mit Riesenturbanen zu sehen.
  9. Um zu meinem Lieblingsthema Essen zurückzukommen, möchte ich euch natürlich auch die schwedischen Feiertage nicht vorenthalten. Hier gibt es für viele Gerichte einen extra Tag, an dem das dann ganz Schweden isst. Zum Beispiel den Kanelbullartag, an dem es überall nach Zimtschnecken duftet!

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  10. Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Chile und Schweden ist die Mode. Hier haben sie auch diese furchtbaren Plateauschuhe und Schlaghosen an! Unglaublich! Die meisten Schweden sehen ziemlich ähnlich aus, fast alle haben lange Haare (egal ob Frauen oder Männer) und schwarze Klamotten. Männer haben meistens ziemlcih anständige Bärte (manche davon würden dem Weihnachtsmann Kokurrenz machen) und das nicht nur im Mo-vember.
  11. Schweden ist zwar an sich ziemlich teuer, aber nicht auf dem Loppis. Das ist Flohmarkt und das gibt es hier ständig. Dort kann man wirklcih einige Schnäppchen abgreifen im sonst so teuren Schweden 🙂
  12. Die Regierung tut hier viel für junge Familien und das merkt man! Hier gibt es extrem viele junge Mütter und Väter, wie man es in Deutschland nur selten sieht. Das ist größtenteils deshalb, weil die Regierung den Unternehmen Geld für Mutterschutz zahlt und wenn die Kinder z. B. krank sind, können die Eltern zuhause bleiben. Deshalb passiert es ziemlich häufig, dass meine Kollegen schreiben: Ich komme heute nicht, mein Kind ist krank. Unterschied zu Deutschland: sie fragen nicht einmal, sondern bleiben einfach zuhause und es ist überhaupt kein Problem! Kein Wunder, dass sie alle Kinder bekommen 😉
  13. Last but not least: typische, schwedische Produkte.
    Snus: Ekelhaft!!! Das wird hier statt Rauchen praktiziert und man steckt sich ein kleines Päckchen mit Nikotin in die Mundhöhle und nach einer Zeit spuckt man es wieder aus
    Lakritz: da stehen sie hier richtig drauf und ganz viele Süßigkeiten haben etwas salziges und lakritziges (Nein danke, dann doch lieber Schokolade!)
    Knäckebrot: Wasa oder jede andere Sorte ist auf jeden Fall so beliebt hier wie man sich das vorstellt!
    Kalles: ein Brotaufstrich aus der Tube, der nach Fisch oder etwas ähnlichem schmeckt, jedenfalls ist es ein wenig gewöhnungsbedürftig.

So, das war’s fürs erste, wenn mir noch mehr Sachen einfallen, gibt es eine Fortsetzung. Ich bin ja noch eine Weile hier 😉

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