San Pedro de Atacama – Sonnenuntergänge, Salzseen und extreme Temperaturunterschiede

So, ich melde mich auch mal wieder. Ich bin zwar jetzt nach einem kurzen Zwischenstopp in Deutschland schon wieder im Urlaub in Dänemark, aber ich erzähle euch trotzdem mal was ich noch alles so in Südamerika getrieben habe. Meine letzte Reise in Chile ging nach San Pedro de Atacama. Das ist im Norden und es ist die trockenste Wüste der Welt. Ich habe mich schon sehr auf die Wüste gefreut und an einem Donnerstagnachmittag im Juli sind wir (ich und ein chilenischer Freund) dann endlich losgeflogen. Schon alleine wie sich die Landschaft innerhalb von zwei Stunden von Schneebergen zu Wüstenlandschaft verändert ist beeindruckend.

DSC_1437 DSC_1433

Abends im Hostel haben wir nicht mehr viel gemacht. Wir saßen noch am Lagerfeuer mit ein paar Leuten vom Hostel und haben die nächsten Tage geplant. In der Nacht war es superkalt, denn alle Zimmer waren zum Innenhof hin offen. Tagsüber war es aber zum Glück schön warm, fast heiß! Wüste eben 😉
So sind wir am nächsten Tag auf in die Stadt und haben unsere Touren gebucht. Anders kommt man nämlich nicht in die Wüste. San Pedro besteht eigentlich fast nur aus Touristenbüros, Restaurants und Touriläden und so sind auch die Hälfte der knapp 6000 Einwohner Touristen. Um Preise zu vergleichen,  haben wir also ein Büro nach dem anderen abgeklappert und letztendlich dann ein Komplettpaket gekauft.
DSCI0010
Die erste Tour startete schon am gleichen Tag. Auf ins Valle de la Luna. Unser Führer war ein recht komischer Kauf, den man immer nur halb verstanden hat, der er ständig einen Haufen Kokablätter im Mund hatte. Er hat uns aber mehrere Male erklärt, dass es keine Sucht ist. Natürlich nicht 😀
Erst einmal sind wir zum Valle de la Muerte, auf Deutsch Todestal gefahren. Dort gibt es ausgetrocknete Seen und rote Felsen. Abers anders als der name vermuten lässt, sind dort nicht etwa schon viele umgekommen, sondern es gab ein Missverständnis bei der Übersetzung. Da es dort aussieht wie auf dem mars heißt es eigentlich Marstal.


Die ganze Atacamawüste ist überzogen mit einer Salzkruste. Das kommt daher, da der Ort vor Millionen von Jahren unter Wasser war. Durch die Plattentektonik ist er jetzt über Wasser. Die Bergkette, die sich durch ganz Chile zieht, ist nämlich voller Vulkane und sehr aktiv. Allein in der Region um San Pedro gibt es ca. 50 Vulkane, von denen 3 auch aktiv sind. Deshalb sieht man immer und überall eine Kette voller Vulkanen. Nun aber zurück zu unserer Tour. Danach sind wir zu Höhlen gefahren, durch die ich mit den Krücken nicht konnte, da man an einigen Stellen fast kriechen musste. Höhlen mag ich aber ja sowieso nicht so gerne deshalb hat mir das nicht so viel ausgemacht 😉 Anschließend haben wir noch eine Steinformation angesehen, die Tres Marías heißt. Und zwar kann man mit viel Fantasie zwei Frauen beten sehen. Warum nur zwei? Richtig, tres heißt drei, aber ein Betrunkener hat irgendwann mal die dritte heruntergeworfen als er auf den Steinen stand. Zum Abschluss haben wir dann noch einen Sonnenuntergang im Valle de la Luna genossen.

DSCI0179 DSCI0175 DSCI0156 DSCI0130

Am nächsten Tag ging es schon früh um 7 los. Wir haben eine Kirche angeschaut und in einem Dorf gefrühstückt. Dann ging es auch schon zum ersten Ziel: den Lagunas Altiplánicas. Salzseen auf 3000 Metern Höhe, in denen sich Vulkane spiegeln. Superschöne Landschaft!

20150725_114510_Richtone(HDR)  20150725_111755_Richtone(HDR)

Am Nachmittag wurden wir dann zum 2. Ziel gefahren: den Piedras Rojas. Dort befindet sich ein komplett zugefrorener See, auf dem man Laufen kann, vor roten Bergen (deshalb der Name Piedras Rojas). Die Farben der Steine und der Berge sind wirklich beeindruckend irreal.

20150725_132400 20150725_130541_Richtone(HDR)

Zum Schluss sind wir noch zur Laguna Chaxa. Das ist ein weiterer Salzseen, in dem Flamingos leben. Der See ist so klar, dass sich die Flamingos glasklar im Wasser widerspiegeln. Das war also der zweite Tag.

IMG-20150728-WA0013 DSC_1530

Nachts haben wir auf einer Astronomischen Tour noch die Sterne beobachtet. Wir konnten das südliche Kreuz, den Saturn und den Mond durch das Teleskop sehen. Allerdings war es nach eineinhalb Stunden im Freien dann auch eisig kalt. Auch in unserem Hostel war es klirrend kalt und ich habe mit Schlafsack und zwei Decken geschlafen! Liebe Chilenen, in eurem Land braucht man Heizungen!!! 😀

Am dritten Tag sind wir endlich baden gegangen. Dazu sind wir zu einer Salzlagune gefahren. Das Wasser hatte so viel Salz, dass man einfach an der Oberfläche treibt wie im Toten Meer. Sogar meine Krücke 😉 Wir haben noch zwei weitere Lagunen besucht aber man musste hineinspringen, um dort zu baden, was ich lieber mal nicht gemacht habe 😀
Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir dann am letzten Stop des Tages: ein weiterer Salzsee mit soo klarem Wasser. So haben wir bei Pisco Sour und Snacks einen atemberaubenden Sonnenuntergang erlebt. Krönender Abschluss des Tages! Am Abend ging es früh ins Bett, denn ein langer Tag erwartete uns.

Am letzten Tag mussten wir nämlich um 4:30 aufstehen. Eingemummelt wie die Eskimos sind wir um 5 von San Pedro im (noch) warmen Bus losgefahren. Noch warm, da die Heizung nach einiger Zeit ausgeschaltet wurde, um uns zu aklimatisieren. An -12°! Es war dann auch wirklich, wirklich eisig kalt. Ich hatte 3 Pullis, 3 Hosen und Leggins, 2 Paar Socken, 2 Handschuhe, 2 Mützen und einen fetten Schal an.

IMG-20150728-WA002420150726_011435IMG-20150728-WA000820150726_002631

Gefroren hat man zwar trotzdem, aber es hat sich gelohnt, denn die Geysire waren wirklich beeindruckend. Auf einmal spritzen die Wasserfontänen aus dem Boden und verdampfen sofort. Um uns aufzuwärmen, haben wir dann gefrühstückt und so langsam kam dann auch die Sonne raus und es war nicht mehr ganz so kalt. Manche haben sogar Eier in den Geysiren gekocht 🙂 Das Frühstück brauchte man auch, denn auf 4000 Metern spürt man jeden Schritt und das Herz schlägt viel schneller. Mit der Sonne war es dann nach einiger Zeit richtig angenehm und so haben wir angefangen die 1000 Schichten auszuziehen, um ein Bad in den Geysiren zu nehmen. Der Boden war superkalt, aber sonst war es nicht so schlimm wie ich es erwartet hatte. Jedenfalls eine unvergessliche Erfahrung das Baden in den Geysiren!

Am Abend ging es leider auch schon wieder nach Santiago. Aber es hat sich wirklich gelohnt! Meine Reise in den Norden von Chile war zwar kürzer als eigentlich geplant, aber nicht weniger schön. Die Landschaft ist wirklich einzigartig und wunderschön.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s